Handgefertigte Unterstützung für die Förderung durch den Verein „Nähen hilft!“
Vertrau mir, ich bin da!
Erstkommunion im Heilpädagogischen Zentrum Rottal-Inn
Dieser Leitsatz begleitete die 6 Kommunionkinder, die in der Pfarrkirche St.Nikolaus und Stephanus in Eggenfelden zum ersten Mal die Heilige Kommunion empfingen. Feierlich zogen die 6 Erstkommunionkinder des HPZ in die Stadtpfarrkirche St.Nikolaus und Stephanus zusammen mit ihren Familien und Stadtpfarrer Egon Dirscherl ein. Das Mädchen und die 5 Buben haben sich lange und gut vorbereitet – das spürte man während des gesamten Gottesdienstes. Freudvoll und mit kräftigen Stimmen erneuerten sie ihr Taufversprechen. Die Verantwortlichen der Einrichtung freuten sich, dass das Fest nun – trotz mancher Hindernisse aufgrund der Corona-Pandemie- stattfinden konnte. Egon Dirscherl erinnerte die Kinder, dass sie immer auf Gott zählen können, sie ihm bedingungslos ihr Vertrauen schenken können. Die Erstkommunikanten beteiligten sich aktiv am Gottesdienst, weitgehend in leichter Sprache, durch das Lesen von Fürbitten und Gebeten, sowie bei der Gabenprozession. Musikalisch wurde die Feier durch den Staudacher Jugendchor sowie den Organisten der Pfarrei, Johannes Buxbaumer, gestaltet. Die Vorbereitung der Kommunionkinder lag in den bewährten Händen der heilpädagogischen Förderlehrerin Sonja Leiker.
Mit viel Liebe zum Detail und handwerklichem Geschick unterstützt der Verein „Nähen hilft!“ die Arbeit im Heilpädagogischen Zentrum (HPZ) Rottal-Inn. Durch eine großzügige Spende von selbstgenähtem Therapie- und Beschäftigungsmaterial erhalten die Kinder und Jugendlichen neue haptische Anreize für ihren Alltag und ihre individuelle Förderung.
Was im Jahr 2020 im Landkreis Dingolfing-Landau als Initiative zum Maskennähen begann, hat sich längst zu einem Herzensprojekt für soziale Einrichtungen entwickelt: Der Verein „Nähen hilft!“. Rund fünfzig ehrenamtliche Näherinnen engagieren sich dort, um Menschen in schwierigen Lebenslagen oder mit Behinderungen eine Freude zu machen und sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Nach Projekten für die Kinderonkologie oder die Obdachlosenhilfe durfte sich nun das Heilpädagogische Zentrum über ein besonderes Paket freuen.

Gründungsmitglied Irene Rüdel überreichte zusammen mit 4 Näherinnen die handgefertigten Unikate persönlich an das Team des HPZ. „Es ist uns ein großes Anliegen, Materialien zu schaffen, die nicht nur nützlich sind, sondern die Sinne ansprechen und die Kinder im wahrsten Sinne des Wortes 'begreifen' lassen“, erklärte Irene Rüdel bei der Übergabe.
Für die pädagogische und therapeutische Arbeit im HPZ ist das neue Material ein wertvoller Gewinn für die individuelle Förderung. Insgesamt konnte das HPZ fast 50 Unikate entgegennehmen, darunter 2 Holzkisten mit austauschbaren Beschäftigungsdeckchen, Verschlusskissen, Wahrnehmungsstulpen, Zuordnungsdecken, Memorys und viele weitere Materialien.
Diese Produkte regen die Wahrnehmung an und unterstützen die Kinder und Jugendlichen dabei, feinmotorische Fähigkeiten spielerisch zu trainieren. Ob es um das Tasten unterschiedlicher Oberflächen oder das Lösen kleiner motorischer Aufgaben geht – die Materialien sind exakt auf die Bedürfnisse der pädagogischen Arbeit abgestimmt. Hinter jedem einzelnen Stück steckt eine beachtliche Arbeitsleistung. Die Näherinnen investieren viele Arbeitsstunden, um aus Stoffen und hochwertigen Materialien Lernhilfen mit Charakter zu schaffen.
Die Freude im Heilpädagogischen Zentrum ist groß. Die Spende zeigt den Kindern und Jugendlichen sowie dem Personal, dass ihre Arbeit wertgeschätzt wird und Menschen in der Region bereit sind, Zeit und Herzblut für sie einzusetzen.

Der Verein „Nähen hilft!“ finanziert sich über Spenden und Verkaufsaktionen von Dekorationsartikeln. „Spenden sind für uns die wichtigste Grundlage, um die Stoffe und das Zubehör zu finanzieren, das wir unseren Näherinnen zur Verfügung stellen“, stellte Irene Rüdel klar. Mit der Übergabe an das HPZ hat der Verein einmal mehr bewiesen, dass aus Garn und Stoff weit mehr entstehen kann als nur Kleidung: nämlich echte Hilfe, die ankommt.
Text: Robert Niederleitner
Fotos: Veronika Mück




