Post- Holiday- Syndrom oder „Wann fahren wir wieder nach Ottobeuren?“
Vertrau mir, ich bin da!
Erstkommunion im Heilpädagogischen Zentrum Rottal-Inn
Dieser Leitsatz begleitete die 6 Kommunionkinder, die in der Pfarrkirche St.Nikolaus und Stephanus in Eggenfelden zum ersten Mal die Heilige Kommunion empfingen. Feierlich zogen die 6 Erstkommunionkinder des HPZ in die Stadtpfarrkirche St.Nikolaus und Stephanus zusammen mit ihren Familien und Stadtpfarrer Egon Dirscherl ein. Das Mädchen und die 5 Buben haben sich lange und gut vorbereitet – das spürte man während des gesamten Gottesdienstes. Freudvoll und mit kräftigen Stimmen erneuerten sie ihr Taufversprechen. Die Verantwortlichen der Einrichtung freuten sich, dass das Fest nun – trotz mancher Hindernisse aufgrund der Corona-Pandemie- stattfinden konnte. Egon Dirscherl erinnerte die Kinder, dass sie immer auf Gott zählen können, sie ihm bedingungslos ihr Vertrauen schenken können. Die Erstkommunikanten beteiligten sich aktiv am Gottesdienst, weitgehend in leichter Sprache, durch das Lesen von Fürbitten und Gebeten, sowie bei der Gabenprozession. Musikalisch wurde die Feier durch den Staudacher Jugendchor sowie den Organisten der Pfarrei, Johannes Buxbaumer, gestaltet. Die Vorbereitung der Kommunionkinder lag in den bewährten Händen der heilpädagogischen Förderlehrerin Sonja Leiker.
„Kann ich nächste Woche wieder nach Ottobeuren fahren?“
„Kann ich mit meiner Mama nach Ottobeuren fahren?“
„Können wir noch länger da bleiben?“
„Jaaaaa OTTOBEUREN!“
…Schon der Abschied fiel schwer. Wir hatten uns gut eingelebt in der Jugendherberge Ottobeuren. Jeder genoss es, sich am Buffet ein Tablett mit Leckereien zusammen zu stellen und nicht abzuspülen. Wir wussten, wann die Mülltonnen geholt werden. Wir kannten alle, die auch da waren. Wir waren Ausflugsprofis und sehr chillkompetent, wenn wir auf den Liegestühlen im Schatten lagen. Manche packten jeden Tag Koffer, aber die meisten wollten nicht wieder weg. Oder zumindest nach dem Wochenende zu Hause wieder kommen.
Nun, was soll man sagen. Wir alle mussten uns daran gewöhnen uns nicht mehr ständig zu sehen und uns ununterbrochen unterhalten zu können. Daran, dass man Nachts durchschläft. Wir müssen uns daran gewöhnen, dass Essen nicht mehr vom Buffet kommt und daran, dass wir uns mit mehr als einer Badehose und Sonnencreme ausrüsten müssen.
Aber wir blicken zurück auf eine tolle Woche in der Tagesstättenverlängerung. Wir können uns an laue Abende im Garten der Jugendherberge und an Billiard- und Kicker Matches erinnern. Wir denken an den Freibadbesuch mit Rutsche und Spaß am Sprungbrett und den Waldlehrpfad im kühlen Baumschatten. Auf der Zunge schmeckt der eine oder andere vielleicht noch das Eis aus der Eisdiele unter der berühmten Basilika in Ottobeuren. Oder gar den Saft, den es immer zum Essen gab. Von dem konnte nämlich keiner genug kriegen. Unsere Füße erinnern sich noch an die Pflastersteine im Stadtkern Memmingen, an das eisig kalte Kneipbecken und an die vielen Shopping-Touren.
Dafür sind die Bäuche und Köpfe voller! Denn in der Rapunzelwelt, einem interaktiven Museum des Bio Herstellers hatten wir Spaß mit mechanischen Produktionsstraßen, jede Menge spannender Stationen zum Thema Lebensmittel und Landwirtschaft und an den Leckereien, die es dort und wo anders gab. Selbst die Stimmbänder erinnern sich lebhaft an diese Woche, denn es wurde wirklich viel gequatscht und zum Teil laut gerufen, gejubelt, angefeuert… zum Beispiel im Wassergarten Memmingen. Da hatten sich nämlich alle auf ein Floß gestellt und zogen sich selbst ans andere Ufer. Das war eine Gaudi! Unsere Haut erinnert sich selbstverständlich mit ein wenig Sonnenbrand oder roten Backen vom warmen Lagerfeuer an die Tage in der Tagesstättenverlängerung Ottobeuren.
Nun bleibt uns nichts, als uns wieder einzugewöhnen im neuen Schuljahr. Hierfür gibt’s Tipps von Experten:
• Nicht an einem Montag beginnen. Check
• Das Post- Holiday- Tief akzeptieren und nicht dagegen kämpfen In Arbeit
• Sich realistische Ziele setzen In Arbeit
• Darüber sprechen Check
• Den nächsten Urlaub planen Check Nächstes Jahr geht’s nämlich nach Bad Tölz!
Text: Julia Wegler




